Stomaversorgung
Aufgrund einer Krebserkrankung oder einer chronischen Darmentzündung kann es sein, dass der Darm teilweise entfernt wird. Dann muss meist ein künstlicher Darmausgang, das so genannte Stoma, angelegt werden.
Dieser schwerwiegende Eingriff beeinträchtigt oft erheblich die Lebensqualität. Damit Sie aber weiterhin Ihr Leben genießen können, ist eine professionelle Stomaversorgung mittels speziell ausgebildeten Stomatherapeuten so wichtig.
Orthomed berät Sie schon in der Klinik und hilft Ihnen das passende Stomamaterial auszuwählen. Da wir herstellerneutral sind steht Ihnen ein großes Sortiment zu Verfügung.
Unsere Stomaschwestern sind alle Stomatherapeuten oder examinierte Krankenschwestern mit einer Zusatzausbildung. Sie nehmen sich Zeit, um mit Ihnen die Handhabung der neuen Produkte zu üben. Ziel soll es sein, wieder möglichst selbstständig zu werden.
Denn die hohe Lebensqualität kommt erst wieder zurück, wenn Sie mit der neuen Situation auch im Alltag gut zurecht kommen. Da unsere Stomatherapeuten über langjährige Erfahrung verfügen, haben sie viele wichtige Tipps für Sie, damit Sie sich im Beruf, beim Sport oder im Urlaub keine Sorgen machen müssen.
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Eine kleine Einführung in das Thema Stomaversorgung:
1. Stomaarten
Das Dickdarmstoma / Colostoma
Von einem Dickdarm- bzw. Colostoma spricht man, wenn der Stuhl aus einem Abschnitt des Dickdarms ausgeschieden wird. Je nach Abschnitt des Dickdarms, in dem die Ausleitung stattfindet unterscheidet sich der Stuhlgang kaum von der regulären Ausscheidung.
Deshalb sind zur Colostomieversorgung bei festem Stuhlgang geschlossene Stomabeutel vorgesehen. Diese haben einen integrierten Aktivkohlefilter, so dass Blähungen dem Beutel ohne Geruchsbelästigung entweichen können.
Sollten Betroffene mit einem Colostomieausgang über vermehrt dünnere Stuhlgänge klagen, empfiehlt es sich eher einen Ausstreifbeutel zu verwenden. Das beugt Hautreizungen durch ständiges Wechseln vor und ist im Alltag einfacher in der Handhabung.
Eine weitere Versorgungsmöglichkeit sind Stomakappen oder Stomaverschlüsse, welche Betroffene nach einem Einlauftraining einsetzen können. Das heißt bei einer endständigen Colostomieanlage und ausschließlich festem Stuhlgang können die Betroffenen die sogenannte Irrigation erlernen und so stuhlfreie Intervalle von 24 - 48 Stunden erreichen. Die Stomakappen oder- verschlüsse haben auch jeweils integrierte Aktivkohlefilter für die Luftdurchlässigkeit
Das Dünndarmstoma / Ileostoma
Das Dünndarmstoma, in der Fachsprache Ileostoma genannt, unterscheidet sich vom Colostoma dadurch, dass hier der Stuhl im Dünndarm ausgeleitet wird. Da er nicht mehr den Dickdarm passieren kann, in dem der Großteil des Wassers absorbiert wird, ist der Stuhl bisweilen sehr flüssig und mengenmäßig deutlich mehr.
Der dünnflüssige bis dünnbreiige Stuhlgang erfordert die Versorgung mit einem Ausstreifbeutel. Ausstreifbeutel sind mit einem Bodenauslass versehen und mittels Klettverschluss, Softklammer oder Plastiklammer zu verschließen. Gleichzeitig haben auch alle Ausstreifbeutel einen integrierten Aktivkohlefilter um den Geruch zu neutralisieren. So kann Luft aus dem Beutel nach außen gelangen, ohne unangenehm zu riechen.
Gelegentlich kommen bei dieser Stomaart auch Drainagebeutel zum Einsatz. Diese unterscheiden sich vom Ausstreifbeutel indem sie mit einen größerem Stöpselverschluss ausgestattet sind, der ein unkompliziertes Entleeren ermöglichen.
Darüber hinaus kann man auch einen Bettbeutel anschließen, wenn die Ausscheidungsmenge das Normalmaß überschreitet. Das ist beispielweise bei vermehrter Infusionstherapie, krankheitsbedingten Durchfällen oder Abführen zur Darmreinigung vor Spiegelungen der Fall.
Das Urostoma
Beim Urostoma wird der Urin abgeleitet. Hierbei unterscheidet man 3 verschiedene Möglichkeiten:
1. Die Ableitung mittels eines Kanals aus Dünndarm (Ileumconduit)
2. Die Ableitung mittels eines Dickdarmkanals (Colonconduit)
3. Die Ableitung direkt über den Harnleiter
Bei einem künstlichen Urinausgang kommen Beutel mit Ablasshahn oder Stöpselverschluss zum Einsatz. Somit hat der Betroffene die Möglichkeit den Stomabeutel bedarfsgerecht in regelmäßigen Abständen zu entleeren.
Das Fassungsvermögen der Beutel entspricht in etwa dem normalen Blasenvolumen, also zwischen 350 – 500 ml. Nachts empfiehlt sich den Urostomiebeutel mit einem sog. Bett- bzw. Nachtbeutel ( Fassungsvermögen 1,5- 2 l) zu verbinden, denn man merkt bei festem Schlaf nicht ohne weiteres wenn der Beutel voll ist. Denn wenn man den Stomabeutel nicht rechtzeitig löst, kann das sich der Urostomiebeutel ablösen.
2. Stomabeutel und Systeme
Damit die Stombeutel absolut dicht sind, bestehen die Beutel aus hochwertigen Folien, die mehrfach übereinander geschweißt werden. Um das Aufblähen des Stombeutels zu verhindern, verfügen alle Beutel über Ventile mit geruchsneutralisierenden Aktivkohlfvilter.
Grundsätzlich sind alle Beutelsysteme mit einem Vlies auf der körperzugewandten Seite versehen um die Schweißbildung und daraus resultierende Hautreizungen zu vermeiden und ein komfortableres Tragegefühl zu erreichen.
Fast alle Beutelsysteme gibt es als transparenten, durchsichtigen Beutel oder in hautfarben und blickdicht.
Alle Systeme sind wasserfest und können beim Baden, Duschen oder Schwimmen getragen werden, ohne sich abzulösen. Es ist auch nicht erforderlich nach der Bewegung im Wasser das System zu wechseln. Kurzes trocken tupfen reicht und die Versorgung bleibt dicht.
Offene und geschlossene Beutel
Offene Stomabeutel haben im Gegensatz zu geschlossenen eine Öffnung am unteren Ende des Stomabeutels. Mit einem Ventil lässt sich der Beutel bei Bedarf entleeren.
Zu empfehlen sind offene Beutel vor allem bei einem Ileostoma, da hier der flüssige Stuhl gut entleert werden kann.
Hinzu kommt, dass aufgrund der wesentlich größeren Ausscheidungsmenge gegenüber einem Colostoma die Beutel mehrmals täglich gewechselt werden müssen, was zu einer starken Reizung der Haut führt.
Urostomiebeutel sind stets offen und zudem mit einer Rücklaufsperre versehen, sodass das Zurücklaufen des Urins zur Stomaöffnung oder gar in den Urinleiter verhindert wird.
1-teilige und 2-teilige Systeme
Grundsätzlich bestehen Versorgungssystem aus dem Beutel, der die Ausscheidungen auffängt und einer Klebeplatte, die auf die Haut aufgeklebt wird.
In einem 2-teilgen System ist der Beutel getrennt von der Platte und kann je nach System einfach drangesteckt werden. Das bedeutet, dass der Beutel unabhängig von der Platte gewechselt werden kann.
Dem gegenüber steht das 1-teilge System, bei dem Beutel und Platte fest miteinander verbunden sind.
konvexe und plane Basisplatten
Je nach Beschaffenheit des Stomas muss eine konvexe oder plane Platte eingesetzt werden.
Stomatas , die nach innen gewölbt sind benötigen eine konvexe Platte, da nur diese auch richtig halten. Plane Platten finden hingegen bei Stomatas Anwendung, bei denen das Stoma in etwa das Höhenniveau der übrigen Bauchdecke erreicht, und die Platte somit plan bzw. eben aufgeklebt werden kann.
Broschüren
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